Leserbrief Tagesanzeiger

Die CVP vermischt mit ihrer Initiative „Für Ehe und Familie – gegen die Heiratsstrafe“ zwei Anliegen:

Sie will die Ehe als Wirtschaftsgemeinschaft in der Verfassung festlegen und damit anderen Modellen wie der Individualbesteuerung den Weg verbauen.

Sie will gleichzeitig die Ehe für gleichgeschlechtlich Liebende verbieten. Sie fordert dies im versteckten Initiativtext „Die Ehe ist die Lebensgemeinschaft von Mann und Frau“.

Seit bald 20 Jahren setzt sich fels, eine nationale Elternorganisation, (Freundinnen, Freunde und Eltern von Lesben und Schwulen), für die volle Akzeptanz unserer gleichgeschlechtlich liebenden Töchter und Söhne ein. Wir sind dankbar für die Erfolge der letzten Jahre.

Ein Eheverbot in der Verfassung würde uns um Jahre zurückwerfen. Das Verbot würde die volle rechtliche Gleichstellung unserer Kinder verhindern.

Mit dem Heiratsverbot wäre die Schweiz in „guter“ Gesellschaft mit osteuropäischen, asiatischen und afrikanischen homophoben Ländern.

Der Initiativtext sollte heissen: „Gegen die Heiratsstrafe – für ein Eheverbot für gleichgeschlechtlich Liebende“.

Damit würde dieses Versteckspiel demaskiert. Ein unehrliches Vorgehen, den Stimmbürgerinnen und Stimmbürgern diese zwei Fragen versteckt gekoppelt vorzulegen, sie ins Dilemma zu stürzen und sie zu zwingen zwischen Geld (Steuern) und gesellschaftlicher Liberalisierung (Oeffnung der Ehe) zu entscheiden.

Darum zurück auf Feld eins. Darum ein NEIN am 28. Februar zur CVP Initiative.

Fritz Lehre, Präsident fels